Volume 10, Issue 4 / 2008 - German

Editorial

Effektivitatsverbesserung

Der Wandel in unseren Gesellschaften setzt sich unaufhaltsam fort. Alle Lebensbereiche sind davon betroffen. Dies gilt besonders für den Bereich der Gesundheitsversorgung. Die Ursachen für die Veränderungen wie auch die Merkmale des Wandels sind vieldimensional. Demografie, Medizinischer Fortschritt, und die Erwartungshaltung der Menschen auf der einen Seite führen zu einer zunehmen den Leistungsmenge. Dem stehen knappe Ressourcen der solidarischen Versicherungen und der Staatshaushalte sowie zunehmend auch knappe qualifizierte Arbeitskräfte gegenüber. In diesem Spannungsfeld die Zukunft in der Gesundheitsversorgung zu sichern ist eine große Herausforderung für jede Volkswirt schaft und somit auch für Europa. Um Ra tionierung zu vermeiden und damit den Zu gang aller Menschen zu den Gesund heits systemen zu sichern, sind wir alle auf gerufen, hohe Effektivität und Effizienz bei gleichzeitiger Qualität in den Strukturen, Prozessen und Ergebnissen zu sichern.

 

Ein Ansatzpunkt wird in der Privatisierung von Krankenhäusern gesehen. Dabei wird unterstellt, dass die Renditeerwartung der In vestoren den Druck zur Kostensenkung und Erlössteigerung maximiert und darüber zu Ef fektivität und Effizienz führen muss. Diese Ausgabe von HOSPITAL befasst sich an mehren Stellen mit diesem Thema und be leuchtet die Besonderheit des Gesund heitsmarktes, der sich von anderen Märkten von Dienstleistungen und Gütern unterscheidet. Es wird auch die These aufgestellt, dass es neben der Rendite auch andere Mecha nis men zur Effizienzsteigerung und Effektivitäts ver besserung gibt. Es gibt gute Beispiele dafür sowohl in freigemeinnützigen Hospitälern wie auch in öffentlichen Krankenhäusern. Unsere Europäische Vereinigung wird sich diesem Thema in der nächsten Zeit verstärkt widmen.

 

Im Zusammenhang mit den beschrieben Spannungsfeldern ergeben sich vielfältige ethische Fragestellungen. Dies gilt für die gesamtgesellschaftliche wie auch für die individuelle Dimension. Davon ist auch das Management eines Krankenhauses im zu nehmenden Maße betroffen, ist doch stän dig die Balance zwischen ethischen Grundsätzen und ökonomischen Anfor der ungen zu finden. Häufig wird hierin ein Wider spruch gesehen, was gar nicht so sein muss. Die Ökonomie darf nicht nur Selbstzweck sein, vielmehr muss sie mit ihren Instrumenten dafür sorgen, dass ein Ziel (Quan tität und Qualität) mit möglichst wenig Aufwand (ohne Verschwendung!) er reicht wird.

 

Diese und viele andere Fragen werden zu unserem diesjährigen Europäischen Kongress der EVKD in Graz thematisiert. Essentielle Fragen für die Führung von Krankenhäusern und damit für die Grundlage einer effizienten, effektiven und qualitative hervorragenden Krankenversorgung. Wir freuen uns auf Graz!

 

Ihr Heinz Kölking

Vizepräsident der EVKD


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